DnD Miniaturen bemalt: Tipps & Tricks von Benneh_Paintquest im Podcast

Kurz erklärt

  • Ziel ist ein anderes als beim Display Painting: Die Figur soll auf dem Spieltisch aus einem Meter Entfernung lesbar sein, nicht unter der Lupe bestehen.
  • Der größte Zeitgewinn steckt in der Vorbereitung: saubere Grundierung und ein Helligkeitsgerüst, bevor überhaupt Farbe kommt.
  • Slapchop und Zenithal sind die zwei Abkürzungen, mit denen aus einer grauen Figur in kurzer Zeit eine erkennbare wird.
  • Kontrast schlägt Detail. Was aus einem Meter nicht zu sehen ist, kostet nur Zeit.
  • Eine Gruppe statt einer Figur: Wer mehrere gleichzeitig malt, spart pro Stück die halbe Zeit.
  • 3D-Druck macht Rollenspielfiguren bezahlbar – und verschiebt den Aufwand vom Kaufen zum Nacharbeiten.

Wie lange braucht man für eine DnD-Figur?

Das hängt weniger vom Können ab als von der Entscheidung, die du vorher triffst. Wer eine Figur so malt, als käme sie in eine Vitrine, sitzt schnell zehn Stunden daran. Wer sie für den Spieltisch malt, ist in ein bis zwei Stunden fertig – und das Ergebnis sieht dort besser aus, weil es auf Abstand funktioniert.

Der Unterschied ist keine Frage der Qualität, sondern des Zwecks. Auf dem Tisch steht die Figur einen Meter entfernt, in schlechtem Licht, neben Würfeln und Chipstüten. Was dort zählt, sind klare Farben und ein deutlicher Unterschied zwischen hell und dunkel. Feine Übergänge sieht dort niemand. Worin sich die beiden Ansätze genau unterscheiden, steht auf der Seite Display Painting und Tabletop.

Was ist Slapchop und warum geht es damit schneller?

Slapchop ist eine Abkürzung über die Helligkeit. Statt jede Farbe von Hand aufzuhellen, baust du zuerst ein Schwarz-Weiß-Gerüst: schwarze Grundierung, darüber Grau in den mittleren Bereichen, dann Weiß auf den höchsten Kanten – trocken aufgetragen, damit nur die erhabenen Stellen Farbe bekommen. Erst danach kommt Farbe, und zwar in Form von Lasuren, die das Gerüst durchscheinen lassen.

Das Ergebnis: Schatten und Lichter sind schon da, bevor die erste bunte Farbe auf der Figur ist. Genau deshalb wirkt eine so bemalte Figur auf dem Tisch dreidimensional, obwohl kaum Zeit darin steckt. Verwandt damit ist das Zenithal Priming, bei dem das Helligkeitsgerüst aus einer Lichtrichtung gesprüht wird – beide Begriffe stehen im Glossar.

Lohnt sich ein 3D-Drucker für Rollenspielfiguren?

Für Rollenspieler eher als für Tabletop-Spieler, und zwar aus einem einfachen Grund: Du brauchst ständig andere Figuren. Ein Goblin, drei Wachen, ein Drache, der nie wieder vorkommt. Gekauft geht das ins Geld, gedruckt kostet es Zeit statt Geld.

Der Haken ist die Nacharbeit: Stützstrukturen entfernen, waschen, aushärten, grundieren. Wer das unterschätzt, hat einen Drucker und trotzdem keine bemalten Figuren. Wie viel Arbeit wirklich dahintersteckt, erzählt Bastlwastl im Beitrag Lohnt sich ein 3D-Drucker für Miniaturen?.

Und wenn ich bei einer Figur mehr machen will?

Dann nimm die eine Figur, an der dir wirklich etwas liegt – meistens der eigene Charakter – und behandle sie anders als den Rest. Eine gute Base, ein Sockel, etwas mehr Zeit für Gesicht und Augen. Das ist der übliche Weg ins Display Painting: nicht durch eine Entscheidung, sondern über die eine Figur, bei der man nicht aufhören wollte.

Was dabei unter die Figur gehört, hat Helbrecht_Brushworks im Guide für realistische Bases sortiert. Und wenn daraus eine kleine Szene werden soll: Diorama bauen für Miniaturen.

Häufige Fragen zum Bemalen von Rollenspielfiguren

Wie bemale ich DnD-Miniaturen schnell?

Mit einem Helligkeitsgerüst statt gemischter Farben: schwarz grundieren, mit Grau und Weiß trocken die erhabenen Stellen betonen, dann mit lasierenden Farben darüber. Schatten und Lichter entstehen dabei von selbst. Eine Figur ist so in ein bis zwei Stunden fertig statt in zehn.

Was ist Slapchop?

Eine Abkürzung beim Bemalen: Zuerst wird ein Schwarz-Weiß-Gerüst aufgebaut – schwarze Grundierung, Grau in den mittleren Bereichen, Weiß auf den Kanten –, danach kommt Farbe in Form von Lasuren darüber. Die Helligkeitsunterschiede bleiben sichtbar, ohne dass man selbst aufhellen muss.

Was ist der Unterschied zwischen Slapchop und Zenithal Priming?

Beide bauen ein Helligkeitsgerüst vor der Farbe auf. Beim Zenithal Priming wird es aus einer Lichtrichtung gesprüht, meist von schräg oben, damit die Beleuchtung natürlich wirkt. Beim Slapchop wird es mit dem Trockenpinsel aufgetragen, was ohne Airbrush funktioniert und gröber, aber schneller ist.

Muss ich Rollenspielfiguren überhaupt bemalen?

Nein. Viele spielen jahrelang mit grauen oder einfarbigen Figuren. Der Unterschied zeigt sich am Tisch: Bemalte Figuren lassen sich beim Spielen schneller auseinanderhalten, gerade wenn mehrere ähnliche Gegner stehen. Schon zwei klar unterschiedliche Farben pro Figur reichen dafür.

Lohnt sich ein 3D-Drucker für Rollenspielfiguren?

Für Rollenspieler eher als für Tabletop-Spieler, weil ständig neue und ungewöhnliche Figuren gebraucht werden, die es fertig kaum zu kaufen gibt. Dafür tauschst du Geld gegen Zeit: Stützen entfernen, waschen, aushärten und grundieren gehören bei jedem Druck dazu.

Wie male ich eine ganze Gruppe Gegner effizient?

Alle gleichzeitig und Schritt für Schritt statt Figur für Figur: erst bei allen die Haut, dann bei allen die Rüstung, dann bei allen die Waffen. Das spart das ständige Wechseln von Farben und Pinseln und ergibt gleichzeitig ein einheitliches Bild auf dem Tisch.

Brauche ich teure Farben für Rollenspielfiguren?

Nein. Für den Spieltisch entscheidet der Kontrast, nicht der Hersteller. Sinnvoller als viele Farben sind wenige, die zueinander passen, plus ein dunkles Wash und eine helle Farbe für Kanten. Welche Begriffe hinter den Farbtypen stecken, steht im Glossar.

In der neuesten Folge unseres Podcasts tauchen wir tief in die Welt von Dungeons & Dragons und das effiziente Bemalen von Spielfiguren ein. Ich habe mich mit Bene (Benneh_Paintquest) zusammengesetzt, den ich aus dem Fantasy-In in Hannover kenne. Bene ist ein absoluter Experte, wenn es darum geht, DnD-Helden und Monster schnell, aber mit einem verdammt coolen Look auf den Spieltisch zu bringen.

Wir haben über alles gesprochen: Von frustrierenden Momenten am 3D-Drucker bis hin zu genialen Mal-Hacks für den perfekten «Gammel-Look» bei Untoten.

Die Highlights aus dem Gespräch

1. Der Weg zum Hobby: Von Videospielen zum Pinsel

Bene kam über Rollenspiel-Klassiker wie Baldur’s Gate und Skyrim zu DnD. Sein erster Charakter, ein Hexenmeister, ist auch heute noch im Einsatz. Das zeigt mal wieder: Das Hobby lebt von den Geschichten, die wir mit unseren Miniaturen erzählen.

2. 3D-Druck: Segen oder Fluch?

Wir waren uns einig: 3D-Druck ist eine Wissenschaft für sich. Während ich persönlich im Keller mit der Temperatur und der Belüftung gekämpft habe, nutzt Bene seinen Balkon als «Sommer-Druckstation».

  • Benes Setup: Er nutzt den Elegoo Mars 3 für feine Details und einen Bambulab Filamentdrucker für Gelände und größere Monster (wie seinen beeindruckenden schwarzen Drachen).

3. Maltechniken für DnD-Spieler

Bene schwört auf Effizienz, damit der «Pile of Shame» nicht ins Unermessliche wächst.

  • Slapchop 2.0: Eine Kombination aus starkem Trockenbürsten (Zenithal Highlight) und Speedpaints.
  • Der «Donatus-Hack»: Erst eine Schicht Türkis über die Haut, dann nochmal Weiß bürsten und erst dann das finale Grün. Das erzeugt extrem kalte, tiefe Schatten.
  • Augen malen: Ein Profi-Tipp aus dem Workshop – ein extrem fein angespitzter Zahnstocher (oder eine Nähnadel) kann für den finalen Punkt im Auge oft präziser sein als jeder Pinsel.

Material & Tipps: Das brauchst du für dein nächstes Projekt

Hier sind die im Podcast erwähnten Materialien und Tools, die wir wärmstens empfehlen:

  • Farben:
  • Effekte:
    • Blubberblasen-Effekt: Mische Spüli-Seifenblasen mit grüner Farbe für eklige Oberflächen bei Nurgle- oder Sumpfkreaturen.
    • OSL (Leuchteffekte): Probiere die Fluoreszierenden Farben von WarPaint Fanatics aus.
  • Must-Have Tool: Die Feuchtpalette (z.B. von Army Painter). Ohne sie trocknen deine Mischungen und Speedpaints viel zu schnell ein.

Folgt dem Künstler

Bene teilt regelmäßig seine neuesten Werke und Fortschritte auf Instagram. Schaut unbedingt bei ihm vorbei, wenn ihr Inspiration für eure nächste DnD-Session braucht:

👉 Instagram: @benneh_paintquest

Lust auf mehr? Wenn du wissen willst, wie man 75mm Büsten angeht oder welche Workshops demnächst in Hannover anstehen, klick dich durch unseren Blog oder hör direkt in die Folge rein!

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